Aktuelles | 21. Februar 2019

Exklusives Dozenteninterview: Kundendaten und Big Data reinste Goldader

Wie nutzen Sie Kundendaten am besten und wie können Sie auch als kleines Stadtwerk davon profitieren? Lesen Sie mehr dazu im dritten Teil unserer Interviewreihe.

ene't cam­pus
Herr Som­mer, Herr Spiel­vo­gel und Herr Rogow­ski, Sie sind Dozen­ten im Teil­mo­dul Digi­tal Mar­ke­ting: Stra­te­gi­sche Aus­rich­tung und ope­ra­ti­ver Nut­zen von Kundendaten/​Big Data“.

Kun­den­da­ten sind die Basis des Geschäfts­er­folgs mil­li­ar­den­schwe­rer Inter­net­kon­zer­ne. Auch für ande­re Bran­chen wer­den die­se Daten immer wert­vol­ler. Wie wich­tig sind Kun­den­da­ten für die Energiewirtschaft?

Som­mer
Auch wenn die Ener­gie­wirt­schaft mit Hin­blick auf die Digi­ta­li­sie­rung eher noch am Anfang eines grund­le­gen­den Ver­än­de­rungs­pro­zes­ses steht, so darf man sich nicht täu­schen: Letzt­lich bleibt auch in unse­rer Bran­che kein Stein auf dem Ande­ren – die alt­be­kann­ten Wert­schöp­fungs­ket­ten und Geschäfts­mo­del­le wer­den stark an Bedeu­tung ver­lie­ren, teils sogar gänz­lich ver­schwin­den. Die Zukunft wird daher nicht den Zöge­rern gehö­ren, son­dern den muti­gen Akteu­ren, die sich jetzt Gedan­ken zu revo­lu­tio­nä­ren neu­en Geschäfts­an­sät­zen machen. 

Spiel­vo­gel
Das ist alles rich­tig. Es funk­tio­niert jedoch unse­rer Erfah­rung nach nur, wenn die Grund­vor­aus­set­zun­gen stim­men. Silo-Den­ken und ‑Wis­sen inner­halb der Unter­neh­men etwa sind dabei ein gro­ßes Pro­blem. Da weiß der Ener­gie­ver­trieb z. B. nicht, was im Bereich Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, Ver­kehr oder Bäder­be­trieb für Kun­den­be­zie­hun­gen bestehen. Sei es, weil es die eige­nen IT-Sys­te­me nicht her­ge­ben oder das Wis­sen teils sogar absicht­lich nicht zugäng­lich gemacht wird. Wich­tig sind auch ent­spre­chen­de Unter­neh­mens­struk­tu­ren und zuneh­mend agi­le Arbeits­wei­sen. Was hel­fen die bes­ten Daten-Ana­ly­sen, wenn ich erst Mona­te spä­ter in Ver­trieb und Mar­ke­ting dar­auf reagie­re? Bis dahin hat sich die Lage längst wie­der ver­än­dert. Dass ich für all das auch ent­spre­chend qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter benö­ti­ge, dürf­te auf der Hand lie­gen.

ene't cam­pus
Das klingt alles sehr auf­wen­dig. Wie soll das etwa ein klei­nes Stadt­werk leisten?

Rogow­ski
Der Auf­wand ist letzt­lich oft gerin­ger, als man im Vor­feld denkt. In der Pra­xis zeigt sich regel­mä­ßig, dass bereits vie­le aus­sa­ge­kräf­ti­ge Daten vor­han­den sind, die­se aber nicht effek­tiv zusam­men­ge­führt und ana­ly­siert wer­den. Oft fehlt dazu das Know-how, teils haken die dazu­ge­hö­ri­gen Pro­zes­se. Immer wie­der kön­nen eige­ne Ana­ly­sen etwa auch durch den Zukauf geeig­ne­ter exter­ner Daten stark an Aus­sa­ge­kraft gewin­nen. Grund­sätz­lich gilt bei alle­dem: Big Data Lösun­gen sind heut­zu­ta­ge, z. B. durch die Ver­wen­dung geeig­ne­ter Cloud-Lösun­gen, ein­fach ska­lier­bar. Das heißt, die rea­len Kos­ten rich­ten sich nach indi­vi­du­el­ler Ver­wen­dung und nicht nach Unter­neh­mens­grö­ße. Das alles muss also nicht teu­er sein – wenn man es denn rich­tig angeht. 

ene't cam­pus
Das bedeu­tet, mit Abschluss Ihres Wei­ter­bil­dungs­mo­duls sind die Teil­neh­mer regel­rech­te Big Data Gurus“?

Som­mer (lacht)
Bis zu einem Guru“ ist es sicher noch ein wei­ter Weg. Aber die Teil­neh­mer erar­bei­ten gemein­sam mit uns wert­vol­les Rüst­zeug, um zu erler­nen, wel­chen kon­kre­ten ope­ra­ti­ven Nut­zen sie aus Kun­den­da­ten und Big Data zie­hen kön­nen und wie man das macht. So kön­nen sie im Anschluss in ihren Unter­neh­men vor Ort ech­te Poten­zia­le heben und die Kehrt­wen­de weg von reak­ti­vem Mar­ke­ting schaf­fen. Anhand von Best-Prac­tice-Bei­spie­len, übri­gens auch aus Bran­chen, die dem Ener­gie­sek­tor hier weit vor­aus sind, ent­wi­ckeln wir die Teil­neh­mer zu Real­time-Mar­ke­teers, die ihren Markt durch pass­ge­naue Aktio­nen und Trend­scou­ting begeistern. 

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