Aktuelles | 10. Mai 2021

Mitarbeiter mit Digitalkompetenz dringend gesucht

„In den Unternehmen fehlt zunehmend das Digital-Know-how“, lautet eine zentrale Erkenntnis der jüngsten repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom zum Stand der Digitalisierung. Demnach verfügten nur noch rund 56 Prozent der befragten Unternehmen aller Branchen über die erforderlichen Mitarbeiter mit Digitalkompetenz.

Auch im Manage­ment sehe es nicht bes­ser aus, nur 54 Pro­zent der Füh­rungs­kräf­te wären für das Vor­an­trei­ben von Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­sen qua­li­fi­ziert. Wo Digi­ta­li­sie­rung für die Unter­neh­men jetzt mas­siv an Bedeu­tung gewinnt und stär­ker vor­an­ge­trie­ben wer­den soll, fällt der Man­gel an Know-how stär­ker auf denn je. Umso wich­ti­ger ist es, selbst aktiv zu wer­den und die Beleg­schaft umge­hend zu qua­li­fi­zie­ren“, betont Bit­kom-Prä­si­dent Achim Berg.

Die­sen Nach­hol­be­darf hat der ene't cam­pus bereits früh erkannt und mit einem spe­zi­ell auf die Ener­gie­wirt­schaft zuge­schnit­te­nen Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot dar­auf reagiert. Seit 2018 erler­nen die Teil­neh­mer der Wei­ter­bil­dung Mana­ger Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on Ener­gie (zert.) berufs­be­glei­tend die Kern­kom­pe­ten­zen für die Rea­li­sie­rung digi­ta­ler Geschäfts­mo­del­le. Pia Schro­er und André Küp­per prä­sen­tier­ten die Lern­in­hal­te kürz­lich im Rah­men der digi­ta­len Ver­an­stal­tung ene't con­nect.

Frank Weber (weber.advisory), Dozent des Moduls Digi­tal Lea­dership“, erklär­te in einer Live-Schal­te noch ein­mal, wel­che bedeu­ten­de Rol­le die Digi­ta­li­sie­rung in der Unter­neh­mens­ent­wick­lung wie auch in der Füh­rung ein­nimmt. Auch wenn Coro­na der­zeit das beherr­schen­de The­ma sei, müs­se man acht­ge­ben, dass wir vie­les nicht ver­ges­sen, was rechts und links drum her­um geschieht“. Vie­le Unter­neh­men wür­den der­zeit lei­der ver­ges­sen, wel­chen Ver­än­de­run­gen sie sich stel­len müs­sen: Die Geschäfts­mo­del­le vie­ler Unter­neh­men wer­den nach wie vor eine tief­grei­fen­de Trans­for­ma­ti­on erle­ben.“ Weber sieht dabei vor allem zwei Trei­ber, neben der Digi­ta­li­sie­rung sei­en dies die Her­aus­for­de­run­gen der VUCA-Welt. Hier müss­ten sich Unter­neh­men fra­gen, was sie tun kön­nen, um sich wett­be­werbs­fä­hi­ger aufzustellen.

Die Fra­ge, was aus der Digi­ta­li­sie­rung fol­ge, sei eigent­lich banal: Im Grun­de ist die Ant­wort ein Low-Brai­ner‘. Digi­ta­li­sie­rung beschleu­nigt die Infor­ma­ti­ons­ket­ten und Geschäfts­pro­zes­se mas­siv“, fass­te er zusam­men. Dies füh­re zu immer kür­ze­ren Inno­va­ti­ons­zy­klen. Die anste­hen­de Ein­füh­rung des Mobil­funk­stan­dards 5G wer­de dabei noch als Tur­bo­la­der“ wir­ken, pro­gnos­ti­zier­te er. Die meis­ten Geschäfts­mo­del­le, auch die der Ener­gie­ver­sor­ger, wür­den dadurch immer mehr in Rich­tung einer 24/​7‑Kultur“ gedrängt. Da sich die Ener­gie­wirt­schaft oft etwas trä­ger gezeigt habe, wenn es um Ver­än­de­run­gen geht, müs­se der Fokus nun klar auf Geschwin­dig­keit gelegt werden.

Die schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen der VUCA-Welt – geprägt durch Vola­ti­li­tät („vola­ti­li­ty“), Unsi­cher­heit („uncer­tain­ty“) Kom­ple­xi­tät („com­ple­xi­ty“) und Mehr­deu­tig­keit („ambi­gui­ty“) – schaff­ten neue Wirt­schafts- und Lebens­wel­ten, erklär­te Weber zum zwei­ten wich­ti­gen Trei­ber. Es sei­en kaum Ein­schät­zun­gen mög­lich, wie sich der Markt in den nächs­ten fünf Jah­ren ent­wi­ckeln wird. Frü­her sei­en Pla­nungs­ho­ri­zon­te von 10 Jah­ren üblich gewe­sen, doch die sind echt vor­bei!“ Inzwi­schen wer­de in eini­gen Bran­chen nur noch aus Zwei­jah­res­per­spek­ti­ve her­aus geplant, was Unter­neh­men zu Ver­än­de­run­gen zwin­ge. Es sei nur noch begrenzt ein­schätz­bar, wel­che neu­en Pro­duk­te auf­grund des tech­ni­schen Fort­schritts mög­lich sein, wel­che neu­en Wett­be­wer­ber in den Markt ein­tre­ten oder wel­che Kon­se­quen­zen sich auf das eige­ne Geschäfts­mo­dell erge­ben werden.

Ob es uns gefällt oder nicht, es fragt uns kei­ner danach: Sta­bi­li­tät ist eine Illu­si­on. Die dau­er­haf­te Ver­än­de­rung wird die Rea­li­tät sein“, kon­sta­tier­te Weber. Es brau­che beson­de­re Fähig­kei­ten, um in die­ser unste­ten Welt unter­neh­me­risch erfolg­reich tätig zu sein. Die­se Fähig­kei­ten hät­ten sich mas­siv gewan­delt, und die Ansprü­che an jeden Ein­zel­nen sei­en mas­siv gestie­gen. Wich­tig sei vor allem das pas­sen­de Mind­set“, das Ver­än­de­run­gen ermög­li­che – Chan­gea­bi­li­ty“ als per­sön­li­che Kompetenz.

In sei­nem Modul Agi­le Füh­rung und Chan­ge Manage­ment“ ver­mit­telt Weber genau die­se Denk­an­sät­ze. Zen­tra­le The­men sind die VUCA-Welt und ihre Aus­wir­kun­gen auf die Ener­gie­wirt­schaft, die Digi­ta­li­sie­rung von Arbeits­welt und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­men, die Her­aus­for­de­run­gen des Chan­ge­ma­nage­ments, und nicht zuletzt die Ent­mys­ti­fi­zie­rung“ der Agi­li­tät‘. Denn Agi­li­tät sei kein Buz­zword“. Im rich­ti­gen Kon­text sei die­se weit mehr als nur ein Tool – näm­lich eine Haltung.

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